Faser und Stoff - Textilatelier Dr. Burgemeister
  

Oberkleid und Flügelkleid

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Die Oberkleidung stelle das repräsentative Kleidungsstück dar, das sowohl an Alltags- als auch an Festtagen getragen wurde. Lediglich im eigenen Haus und bei schwerer Arbeit wurde darauf verzichtet. 

Einfaches Oberkleid

Das einfache Oberkleid kann in zahlreichen Varianten gestaltet sein. Grundsätzlich ist es meist weit geschnitten und wird mit einem Gürtel gerafft. 

Meist haben Oberkleider mindestens eine kleine Schleppe von 10-20 cm. Bei festlichen oder hochrangigen Ausgestaltungen kann diese auch erheblich länger sein (mind. 40 cm). 

Die Kleider können teilweise oder komplett gefüttert werden. Üblich waren Pelze oder Seidenstoffe. Ich empfehle zumindest eine Verbrämung aus einfacher Seide für die Oberkleider, da diese vor allem der Selbstdarstellung dienten. 

Preise: ab 490,- Euro (inkl. einfachem Wollstoff)

 

Flügelkleid

Eine Sonderform stellt das bisher kaum erforschte Flügelkleid dar, das oftmals dem Patriziat zugerechnet wird. 
In einfacheren Ausführungen (d.h. mit einfacherem Seidenfutter) findet es sich jedoch in der gesamten Bürgerschaft als Sonn- und Festtagskleid. Die Kleiderordnung aus Regensburg von 1485 erlaubt es hier sogar ausdrücklich auch den Inwohnerinnen (d.h. Frauen ohne Bürgerrecht, die in etwa der oberen Unterschicht zuzurechnen sind). Es ist damit ein wundervolles Festkleid und gerade als Hochzeitskleid perfekt geeignet.

Dieses Flügelkleid wurde aus Wollköper in Cochenille-Doppelfärbung genäht. Die Ärmel sind mit weiß-goldenem Seidendamast ausgekleidet. Die Schleppe ist etwa 60cm lang und übertrifft damit die Zugeständnisse der meisten Kleiderordnungen (ca. 20-40cm).
Der Gürtel wurde von Maßwerk mit dem gleichen Damast überzogen.
Alle Nähte wurden mit handgesponnenem Seidenfaden genäht. 

Preise: ab 690,- € (inkl. einfachem Wollstoff und Seide für die Ärmel)



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