Stoffe

Hier biete ich Ihnen eine kleine Übersicht über die Stoffe, mit denen ich arbeite. Gerne können Sie die Stoffe auch bei mir bestellen. Alle angebotenen Stoffe können zusätzlich auch bei einer professionellen Färberei mit historisch korrekten Pflanzenfarben gefärbt werden. Bitte bedenken Sie, dass sich die Fertigungszeit bei Wollbestellung und Färbung um etwa 3 Wochen verlängert.  

Bitte erfragen Sie die aktuellen Preise und Konditionen per Mail. 

 

Wolle

Wollstoffe können in Leinwandbindung und Köperbindung gefertigt sein und sind im Idealfall angewalkt.

Ich arbeite am liebsten mit den hochwertigen Tuchen der Tuchfabrik Gebrüder Mehler, da hier eine passende Ausrüstung (=Nachbearbeitung) der Stoffe durchgeführt wird und auch die Dichte bzw. Fadenzahl mit historischen Vorlagen übereinstimmt. Diese Tuche sind in verschiedenen Gewichtsklassen verfügbar.

Seide

Seidenstoffe weisen im 15. Jahrhundert eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Qualitäten auf. Einfache Taftseiden waren dabei für nahezu alle Personen erschwinglich. Neben Kopftüchern und Steuchlein eignen sie sich vor allem für Verbrämungen und als Futterstoff. Generell sollten die meisten Kleidungsstücke zumindest mit geringen Mengen an Seide verziert werden. 

Besonders beliebt waren „Schillertafte“, die sich durch eine moirierte (=gewässerte) Optik auszeichnen. Sie sind für Brusttücher, Ansteckärmel, Futter und Verbrämungen eine gute Wahl. 

Luxuriös und etwas seltener sind Atlasseiden, die sich durch einen starken Glanz und eine besondere Bindung beim Weben auszeichnen. Sie sollten für Bürger nur kleinflächig verwendet werden, d.h. als Brusttücher oder Verbrämung. 

Ebenso wertvoll waren Samte, die im Mittelalter nur aus Seide gefertigt wurden. Sie können in Schlaufen oder aufgeschnitten gefertigt sein und zeichnen sich durch ihre besondere Lichtbrechung aus. Seidensamt ist besonders für Ansteckärmel und Brusttücher geeignet. 

In die Kategorie der Luxusstoffe fallen aufgrund ihres Wertes auch Damaste, d.h. gemusterte Seidenstoffe.
Sie werden nur noch von Brokaten übertroffen. Dabei handelt es sich um Stoffe in denen neben Seide auch Silber- oder Goldfäden eingearbeitet wurden. 

 

Leinen

Leinenstoffe sind im 15. Jahrhundert meist in Leinwandbindung gewebt. 

Auch wenn das sogenannte „Bauernleinen“ ein gewisses Alter hat und damit zunächst als geeignet erscheint, verwende ich es selten. Sinnvoll ist es für besonders ärmliche Unterhemden, sehr stark geschnürte Wämser oder für Taschen / Säcke etc. Die Feinheit von Bekleidungsleinen war aber in der Regel  höher als es bei Bauernleinen der Fall ist. Zudem ist gerade bei Frauenunterhemden oftmals eine leichte Transparenz zu erkennen, für die ein feineres Leinengewebe nötig ist.

Ich verarbeite daher ein spezielles feines Leinen, dass relativ dicht gewebt ist, was heute leider nur noch selten zu finden ist. 

Ein besonders schönes und historisch korrektes Leinen wird aus langfaserigem Flachs gesponnen, statt aus kurzen Fasern wie es bei den modernen Stoffen der Fall ist. Ich freue mich, Ihnen eine solches Leinen in mittelfeiner Qualität anbieten zu können. Es handelt sich dabei um Leinen mit 210g/qm, Breite 150cm, sauerstoffgebleicht. Dieses Leinen ist für Kleidungsprojekte bestens geeignet.